Kapitel 3 – Akureyri
Nach dem wir Borganes wieder hinter uns gelassen hatten machten wir uns auf den Weg nach Akureyri. Akureyri selbst, mit ca. 20.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt des Landes, bietet tatsächlich eine Art Innenstadt mit Straßenkunst, kleinen Läden und Cafés, die ein wenig zum Bummeln einlädt. Leider wird die Stadt regelmäßig von Kreuzfahrttouristen geradezu überschwemmt.
Die Fahrt war relativ lang, daher machten wir einen kleinen Stopp bei Glanni, um unsere Mittagspause an einem weiteren beeindruckenden Wasserfall zu verbringen. Danach ging es dann wieder gestärkt auf die Straße, die uns bei strahlendem Sonnenschein durchs Hochland bis nach Akureyri bringen sollte.
Da wir ein paar Tage in Akureyri blieben, hatten wir einige Ziele. Unter anderem fuhren wir nach Dalvik um die Wale im Fjord zu sehen und besuchten das historische Wikingerhof Laufás. Weiterhin wollten wir uns ein paar Orte entlang des “Diamond Circle” ansehen. Dazu aber mehr in Kapitel 4.
Glanni
Der Glanni bildet sich aus dem Fluss Norðurá, welcher mit einer Fallhöhe von ca. acht Metern nahe des Ortes Bifröst an mehreren Stellen in die Tiefe stürzt. Der Ort war für uns perfekt, um die längere Fahrt etwas aufzulockern und wir genossen die Sonne und das Rauschen des Wassers.
Blönduós
Das Autofahren auf Islands Straßen ist zumindest im Sommer einfach und entspannt und auch wenn man durch die Topografie bedingt in der Zeitplanung etwas großzügiger sein sollte kommt man in der Regel gut voran. Wir brauchten gegen Nachmittag dennoch eine weitere Pause und stoppten kurz in der kleinen Gemeinde Blönduós, um etwas zu essen und den Tank aufzufüllen.
Akureyri
Akureyri ist das gesellschaftliche und kulturelle Zentrum des Nordens und Universitätsstadt. Was als kleiner Handelsposten im Fjord um das Jahr 1000 n.Chr. begann, ist nun eine Kleinstadt, die durchaus eine lebendige, wenn auch kleine Fußgängerzone aufweist und ein wenig zum Verweilen einlädt. Es findet sich Straßenkunst an jeder Ecke und mit Strickkunst überzogene Mülleimer. Generell macht es den Anschein, als wäre Akureyri ein lebensfroher bunter Ort.
Wir verbrachten den Tag in der Stadt, genossen Kaffee und Kuchen, und besuchten den gut sortierten und wunderbar angelegten Botanischen Garten. Die Gemeinde lebt von der Fisch- und Wollindustrie und natürlich dem Tourismus. Die Kreuzfahrtschiffe, die in den Fjord einfahren stören allerdings etwas das Bild und man stellt sich die Frage, wann hier die Grenze erreicht sein wird.
Laufás
Von Akureyri aus schauten wir auch im Freilichtmuseum Laufás vorbei. Der Museumshof zeigt, wie sich die ersten Siedler im Fjord niederließen. Das Besondere ist hierbei, dass die Hütten teilweise unter der Erde liegen und überwachsen sind. Das sorgt immer für eine gute Isolation und löst mit Architektur die klimatischen Probleme des Wohnens im hohen Norden. Weiterhin ist der gesamte Gebäudekomplex durch Tunnel verbunden, so dass man nicht für alles vor die Tür muss. Als Material dienten Torfziegel, Holz und Stroh. Die Bauweise ist also perfekt auf die arktischen Bedingungen abgestimmt.
Dalvík
Und dann ging es auf den Fjord hinaus. Wir fuhren vom Hafen in Dalvík aus in den Fjord und schon kurz nach dem das Boot den Hafen verlassen hatte konnten wir die ersten kleineren Wale sehen, aber schon bald fanden sich auch einige Buckelwale. Wale zu betrachten ist immer ein magisches Erlebnis und so auch hier. Ruhig und kräftig und unfassbar friedlich kommen diese Tiere zum Atmen an die Oberfläche, um dann majestätisch wieder abzutauchen. Kurz hatten wir sogar das Glück eine Mutter mit ihrem Kalb beobachten zu können. Nach einem so aufregenden Tag auf dem Wasser fuhren wir glücklich und voller Eindrücke wieder in den Hafen ein. In einem alten Kino, was nun zu einem Café umgebaut worden war, stärkten wir uns und ließen das Gesehene sacken.
Am Ende des Tages konnten wir dann auf der Rückfahrt noch eine ganze Gruppe im Hafenbecken beobachten. Wir hielten unverzüglich an und schauten noch eine Weile dem emsigen Treiben in der Bucht zu. Bevor die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand und es kühler wurde. Ein unvergessliches Erlebnis.
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