Kapitel 8 – Golden Circle

Unsere wunderbare Reise um die Insel im Arktischen Meer neigte sich langsam dem Ende, allerdings hielt unsere letzte Etappe noch einige große Highlight für uns bereit. Weiter auf der Ringstraße, noch einen kurzen Stopp am Kratersee Kerið, bevor wir unseren Weg zum „Golden Circle“ fortsetzten.

Hier warteten einige Sehenswürdigkeiten wie das Geysirfeld um den Geysir Strokkur und die Wasserfälle Gulfoss und Bruarfoss auf uns. Danach sollte es für uns letztendlich wieder Richtung Reykjavik gehen. Allerdings verbrachten wir noch einen wunderbaren Tag im Nationalpark Þingvellir und genossen auf einem Rundweg noch ein wenig die isländische Natur und Weite. Wir hatten bisher herrlich viele schöne Orte erlebt und waren uns sicher: Island ist wunderschön!

Kerið

Nach einem kleinen Mittagssnack hielten wir am Krater Kerið und spazierten um den See. Dieser uralte Kratersee zeigt sich islandtypisch in einem kräftigen Farbenspiel. Der Krater ist ca. 55 Meter tief und gehört zu einem Vulkanfeld vor gut 5000 Jahren eine stärkere eruptive Phase durchmachte. Die Erde ist tiefrot gefärbt und von Moosen und Flechten überzogen, wogegen der See mit einem kräftigen Türkis einen wunderschönen Kontrast ergibt. Der Ort ist schnell erschlossen und touristisch überlaufen, allerdings ist der Krater je nach Wetter- und Lichtsituation auch ein ziemlicher Hingucker.

Gulfoss

Dem Golden Circle folgend fuhren wir weiter an die Grenze des Hochlands, um eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands zu sehen, den Gullfoss, was frei übersetzt goldener Wasserfall bedeutet. Dieser Wasserfall fließt über mehrere schrägen Terrassen in einen schmalen Canyon und erzeugt dabei eine Menge Dampf. Hier stürzen bis 130.000 Liter pro Sekunde insgesamt 32 Meter in die Tiefe. Eigentlich sollte der Wasserfall im frühen 20. Jahrhundert dem Bau eines Staudamms inklusive Elektrizitätswerk zum Opfer fallen, was jedoch verhindert wurde. Ebenfalls gab es einen Versuch ein Teil des Wassers abzuzweigen, um die enorme Leistung zur Stromerzeugung zu nutzen. Allerdings wurde auch dieses Unterfangen nicht realisiert, stattdessen stellt man den Gulfoss 1979 unter Naturschutz.

Geysire

Als wir das Geysirfeld besuchten, brachen wir früh am Morgen auf, um uns den Massen zu entziehen. So konnten wir in Ruhe mehrfach beobachten, wie Strokkur seine Wassersäule bis zu 35 Meter in die Höhe sprudeln ließ. Der Geysir bricht ca. alle 10 Minuten aus.

Alle anderen Geysire in dem Gebiet ruhten zu der Zeit, aber auch hier sorgt der vulkanische Ursprung für die verrücktesten Farben. Brodelndes Wasser, verkrustete Erde, feuchte Luft und Schwefelgeruch prägten die Szenerie. Geysire sind echt ein Erlebnis und einfach faszinierend.

Þingvellir

Der Nationalpark Þingvellir ist ein Ort von besonderer Geologischer Bedeutung. Hier bewegen sich die Nordamerikanische Platte und die Eurasische Platte voneinander weg. Die Spalten und Schluchten sind teilweise tief und mit kristallklarem Wasser gefüllt. An vielen Stellen kann man eine große Abbruchkante beobachten, die sich hier durchs Land zieht. Wir wanderten bei leichtem Nieselregen eine kleine Runde durch den Nationalpark und genossen die Ruhe fernab der anderen Reisenden. Die „aufgeplatzte“ Erde ist faszinierend und zeigt uns einmal mehr wie ausgeliefert wir Menschen auf diesem Planeten doch sind. Weiterhin ist dieser Ort auch von politischer Bedeutung als Treffpunkt der Volkversammlung Althing im 10. Jahrhundert. Dies war eines der ältesten Parlamente der Welt, nach denen der Griechen und Römer in der Antike.

Bruarfoss

Die letzte Naturattraktion unserer Reise, und gleichzeitig auch unser letzter Wasserfall in Island, war der Bruarfoss. Dieser Wasserfall ist sicherlich nicht sonderlich hoch oder gewaltig, allerdings auf seine Art wirklich besonders schön. Das Wasser fließt vergleichsweise ruhig in unzähligen kleinen Stufen trichterförmig in ein kleines Becken. Das Farbenspiel ist hier besonders schön, da das Wassere mit seinem kräftig sprudelnden Türkis einen schönen Kontrast zur Vegetation und dem Boden bildet. Was ein wundervoller Anblick zum Ende dieser umwerfenden Tour.