Kapitel 7 – Vestmannaeyjar

Die Halbinsel Snæfellsnes gehört mit dem Berg Kirkjufell, welcher sozusagen eine Instagram-Berühmtheit ist, nicht mehr ganz zu den Geheimtipps für Islandreisende. Allerdings finden sich auch noch weitere beeindruckende Orte auf Snæfellsnes und wir hatten ein wenig Zeit, um diese zu erkunden. Der nächste Tag war auf jeden Fall von Regen und Wind geprägt, was allerdings eine herrlich raue nordische Stimmung schuf.

Wir fuhren ein wenig um die Halbinsel, ließen uns nass regnen, um uns nur Minuten später von der Sonne wieder trocknen zu lassen. Hier und da gab es immer wieder die Gelegenheit auf einen heißen Kaffee, und wie man es aus den skandinavischen Ländern gewohnt ist, keinen schlechten. Wir besuchten den eben erwähnten Kirkjufell und schauten uns die Küstenlandschaft in Arnarstapi und Lóndrangar an und die eine alte Kirche im Ort Búðir.

Kirkjuell

Am Kirkjufell zeigte das Wetter in Island dann zum ersten Mal sein wahres Gesicht, denn der Regen kam buchstäblich aus allen Richtungen. Die Kulisse mit gleich zwei Regenbögen war dennoch traumhaft schön. Die ikonische Form des Berges verleiht ihm auch seinen Namen, als „Kirchberg“. Die Atmosphäre war großartig und der kleine Wasserfall bot vor den wolkenverhangenen Steilhängen des Berges eine großartige Kulisse. Kurz darauf zogen wir allerdings schon weiter, da Regen und Wind uns zusetzten.

Auf dem Rückweg entdeckten wir dann einen kleinen Strand und waren froh, dass die Regenwolken hier, nur wenige Meter weiter, nicht ankamen. Also genossen wir einen kleinen Strandspaziergang bei Sonnenschein. Viel haben wir bisher nicht gemacht aber die Eindrücke waren dennoch groß im Angesicht dieser doch sehr andersartigen Landschaft. Island hatte uns gepackt.

Arnarstapi

Auf der Südseite der Halbinsel steuerten wir das Fischerdorf Arnarstapi an und machten einen kleinen Walk entlang der Steilküste. Die Küste bietet mit vielen geschützten Buchten gute Landemöglichkeiten für Boote, weswegen dieser Ort sehr bedeutend für die Fischerei war. Die Steinbögen, die vulkanischen Felsen und die arktische See boten uns gerade auch bei Regenwetter eine herrlich raue Atmosphäre.

Búðir

Der Ort Búðir besteht heutzutage nur noch aus einer Kirche und einem Hotel, war aber zu früheren Zeiten ein wichtiger Handelsposten. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert abgerissen und die Pfarrgemeinde aufgelöst. Dass die Kirche heute noch einsam an diesem Ort steht, geht zurück auf Steinunn Sveinsdottir, die sich gegen die Kleriker auflehnte und 1848 eine neue Kirche errichten ließ. Auf dem Türring der Kirche steht geschrieben: „Diese Kirche wurde ohne die Unterstützung der geistlichen Väter gebaut.“

Lóndrangar

Ein wenig weiter westlich, bei Lóndrangar ragen zwei große durch Erosion geformte Felsnadeln in den Himmel. Die Säulen bestehen aus Basalt und scheinen über die Küstenlinie zu wachen. Diese unwirtliche und fremdartige Landschaft ist trotz allem sehr grün. Legenden besagen, dass dieser Ort den Elfen gehört, die in dieser Gegend leben.

Snæfellsjökull

Insgesamt war die Halbinsel Snæfellsnes ein ganz wunderbarer Start in das Abenteuer Island. Am nächsten Tag hatten wir sogar noch das Glück freie Sicht auf den Snæfellsjökull zu erhaschen. Für uns stand ein langer Reise-Tag in Richtung Norden des Landes auf dem Plan, den wir so aber noch mit einigen lohnenden Pausen unterbrechen konnten.